Schutzkonzept für professionellen Musikunterricht

Professionelle pädagogische Beziehungen brauchen eine angemessene Balance zwischen Nähe und Distanz. Persönliche und körperliche Grenzen werden respektiert. Körperkontakt im Unterricht muss pädagogisch begründet sowie alters- und situationsangemessen sein. Ein Nein wird jederzeit respektiert.

Musikunterricht soll Selbstvertrauen, Freude am Lernen und musikalische Entwicklung fördern. Abwertungen, Demütigungen und persönliche Herabsetzungen haben keinen Platz im Unterricht. Schülerinnen und Schüler werden in ihrer gesamten Persönlichkeit wahrgenommen und nicht auf ihre Leistung reduziert.

Wir begegnen unseren Schülerinnen und Schülern aufmerksam und wertschätzend. Gleichzeitig bedeutet ein sensibler Umgang nicht, Wünsche grenzenlos zu erfüllen. Lehrkräfte tragen die fachliche und pädagogische Verantwortung für die Gestaltung und Leitung des Unterrichts.

Fragen, Wünsche, Kritik und Unsicherheiten sollen ohne Angst angesprochen werden können. Eine offene Kommunikationskultur hilft, Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Sexuelle Gewalt, sexuelle Grenzüberschreitungen, körperliche Gewalt, Einschüchterung, Anschreien und Demütigungen sind nicht Bestandteil professionellen Unterrichts. Hinweise auf Grenzverletzungen werden ernst genommen.

Alle Schülerinnen und Schüler sollen unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion, sozialem Status, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Erscheinungsbild sicher und wertgeschätzt sein.

Professioneller Schülerschutz schließt den Eigenschutz der Lehrkräfte ein. Klare professionelle Grenzen, transparente Vereinbarungen und die Möglichkeit zu kollegialem Austausch oder externer Beratung schaffen Sicherheit für alle Beteiligten.

Wir achten auf Datenschutz sowie auf Persönlichkeits- und Urheberrechte. Fotos, Audios und Videos von Schülerinnen und Schülern werden nur unter Beachtung der erforderlichen Einwilligungen und rechtlichen Vorgaben aufgenommen oder veröffentlicht.

Bei schwerwiegenden Grenzüberschreitungen können und sollen externe Beratungs- und Hilfestellen einbezogen werden. Auch Konflikte im Unterricht sollen möglichst frühzeitig, transparent und fair angesprochen werden.

Der Tonkünsteverband Hamburg setzt sich darüber hinaus für den Aufbau einer unabhängigen Beratungs- und Beschwerdestelle für den Bereich der musikalischen Bildung sowie für ein geeignetes Zertifizierungssystem im Bereich Kinderschutz ein.

Shoko Kuroe

Beauftragte des Tonkünsteverbands Hamburg für Fragen des Kinderschutzes und Machtmissbrauchs

Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM)
Informationen zur Arbeit der UBSKM
Web: beauftragte-missbrauch.de

Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
Informationen und Beratung zu sexueller Gewalt an Minderjährigen sowie eine bundesweite Suche nach Beratungsstellen.
Telefon: 0800 22 55 530
Web: hilfe-portal-missbrauch.de

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Kostenlose und vertrauliche Beratung.
Telefon: 116 016
Web: hilfetelefon.de

Hilfetelefon Gewalt an Männern
Beratung und Unterstützung für Männer, die Gewalt erleben oder erlebt haben.
Telefon: 0800 123 9900
Web: maennerhilfetelefon.de

THEMIS – Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in der Kultur- und Medienbranche
Vertrauliche Beratung und Unterstützung für Beschäftigte und Selbstständige in der Kultur- und Medienbranche.
Telefon: 030 23 63 20 210
Web: themis-vertrauensstelle.de

Magnus-Hirschfeld-Centrum Hamburg
Beratung und Unterstützung für queere Menschen.
Web: mhc-hh.de

Antidiskriminierungsbüro Hamburg
Beratung und Unterstützung bei Diskriminierung
Web: adb-hamburg.de

UKE – Rechtsmedizinische Untersuchungsstelle für Betroffene von Gewalt
Untersuchung und Dokumentation von Verletzungen nach Gewalt und sexualisierter Gewalt.
Telefon: 040 7410-52127
Web: uke.de › Rechtsmedizin › Dokumentation von Verletzungen bei Opfern von Gewalt

Childhood-Haus Hamburg
Kompetenzzentrum für Kinderschutz. Dokumentation von Verletzungen sowie medizinische und psychosoziale Versorgung für Kinder und Jugendliche nach Gewalt.
Telefon: 040 334 601334
Web: uke.de › Childhood-Haus Hamburg

TelefonSeelsorge
Kostenlose und vertrauliche Beratung rund um die Uhr.
Telefon: 0800 111 0 111  /  0800 111 0 222  /  116 123

Studentische TelefonSeelsorge Hamburg
Telefon: 040 411 70 411

Nummer gegen Kummer – Kinder- und Jugendtelefon
Für Kinder und Jugendliche mit Sorgen, Fragen und Problemen.
Telefon: 116 111
Web: nummergegenkummer.de